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Podcast zum JMStV

Ich habe bei den Hamburger Piraten einen Podcast zum Thema „Jugendmedienschutz-Staatsvertrag“ gemacht. Wir gehen auch allgemein auf das Thema Jugendschutz ein, und besprechen zudem kurz einen Antrag, denn ich für den nächsten Landesparteitag am 9. März zum Thema eingereicht habe.

Gegenkommentar: Es gibt keinen Generationenkonflikt, nur einen Konflikt zwischen Spielern und Nicht-Spielern.

Einleitung: Dies ist ein Gegenkommentar zum Blogpost von gordon-creAtive auf Stigma-Videospiele.de, da ich mit einigen Punkten, insbesondere seiner Ansicht es handle sich um einen Generationenproblem, nicht voll teile. Er wurde vor der Verleihung des Computerspielpreises erstellt wurde, nun aber noch an einigen Stellen angepasst.

Machen wir uns nichts vor: Es gibt in unserer Gesellschaft Menschen von denen sich jeweils einige mehr, andere weniger mit dem Thema „Spiele“ beschäftigt haben. Dies hat natürlich dann auch Auswirkung darauf, wie sich diese Personen zum Thema Computer- und Videospiele positionieren. Dies trifft auf Spieler wie auf Nicht-Spieler genau gleich zu, was bedeutet, dass es in beiden Gruppen Leute geben wird, die sich mal so, mal so Äußern werden. Wenn nun die beiden Gruppen, die sich entgegengesetzt zum Themen Spiele positioniert haben aufeinander treffen, so wird oft gerne von einem Generationenkonflikt gesprochen. mich verwundert sowas immer. Wirft man denn nämlich mal einen Blick auf gelegentliche Onlineabstimmungen zum Themen „Killerspielverbot: Ja/Nein“, gehen diese in der Regel 60 zu 40 für ein Verbot aus. Komischer Weise entspricht diese Zahl der 40% auch in etwa der Anzahl der Spieler in Deutschland, wie etwa die Allensbacher Computer und Technikanalyse 2007, oder die Verbraucheranalyse Jugend I 2011 (42 %, zitiert nach GOMM 2012) feststellt. Schaut man sich nun die Altersstruktur an, so sind nach letzterer Quelle 38% der Spieler über 40 Jahre alt.

Wieso soll es also ein Generationenkonflikt sein, wenn beinahe 40 Prozent der Spieler mehr als doppelt so alt sind, wie der durchschnittliche Besucher den man auf der Gamescom erwartet? Klar ist der große Spielehype zur Zeit ein Phänomen, welches man hauptsächlich mit der Jugend assoziiert. Dies bedeutet aber mitnichten, dass es Computerspiele erst seit den späten Neunzigern, oder Anfang der Zweitausender gibt. Wer während des Aufkommens des C64 in Deutschland zwischen 10 und 20 Jahren alt war und dort den ersten Spielehype mitgemacht hat ist heute zwischen 40 und 50. Von diesen Menschen spielen viele heute immer noch und es sind sicherlich noch einige andere hinzugekommen. Auch ist die sogenannte „Killerspieldebatte“ keine neue Erscheinung. Sie gab es auch schon damals, hieß nur anders. Wer schon damals der Meinung war, dass die Wirkung von Spielen auf den Spieler überschätzt, unwichtig oder sogar nicht vorhanden sei, der wird in der Regel wohl auch nicht von dieser Meinung abgerückt worden sein. Warum haben wir also einen Generationenkonflikt?

Bei näherer Betrachtung fällt einem auf, dass es sich nicht um einen Generationen sondern um einen Kulturkonflikt handelt. Ein Konflikt deren Grenzen grob zwischen den Spielern und den Nicht-Spielern verläuft und nicht zwischen den Altersgruppen, sondern eher durch sie hindurch. Sicher, bei einem Anteil von nur 18% bei der Altersgruppe 50+ bedeutet dass, dass wir dort ein Anteil von 82% Nicht-Spieler haben. Bei 42% Spielern im Alter zwischen 12 und 29 haben wir aber auch dort 58% Nicht-Spieler. Die „Alten“ mögen sicherlich die größte Gruppe der Nicht-Spieler ausmachen, sie sind aber bei weitem nicht die einzigen. So müsste der weit aus größte Teil von ihnen Frauen sein (77% aller Frauen spielen nicht, laut Allensbach). Das wiederum aber vor allem ältere Herren wahr genommen werden, liegt daran, dass sich diese Gruppe am prominentesten (und aufdringlichsten) in den Medien vertreten sind, oft in Form des Unionspolitikers.

Zuletzt geschah dies nun durch Wolfgang Börnsen, medienpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Dieser beklagte sich einen Tag vor der Preisverleihung des Deutschen Computerspielpreises in einer Pressemitteilung darüber, dass die Nominierung von Crysis 2 nicht den Richtlinien des Preises entsprechen würde. Diese sagen nämlich, dass ein nominiertes Spiel kulturell und pädagogisch wertvoll sein muss (was in meinen Augen wiederum eines der größten Hindernisse für diesen Preis ist). Mit dieser Feststellung mag Herr Börnsen recht haben und auch kein Spieler würde behaupten, dass das ab 18 in Deutschland freigegebene Crysis 2 für Kinder geeignet sei. So kommen die Spieler der Generation N64, oder auch „die Jungen“, und beschweren sich über „die Alten“, dass sie ihr Medium nicht verstehen. Unterstützt werden sie dabei von Leuten wie Christian Stöcker, Jimmy Schulz, Peter Tauber und Dorothea Bär, welche wieder eher zur Generation C64 gehören. Börnsens Pressemitteilung richtet sich genau gegen diese Gruppe, „die Mittelalten“, welche mit ihrer Nominierung „die Jungen“ nun verderben würden und den Deutschen Computerspielpreis somit entweihen würden.

Das Problem bei „den Jungen“ und „den Alten“ ist allerdings, dass sie sich hier als einzig an der Thematik interessierten Gruppe wahrnehmen. Dies lässt sich anhand der Geschichte des Computerspielpreises gut veranschaulichen. Denn genau bei den Nominierungen prallen die beiden Fronten aufeinander, was schon bei der Konzeption des Preises verdeutlicht. Das die Regelung nur kulturell und pädagogisch Wertvolle Spiele auszuzeichnen das alleinige Ziel verfolgte sogenannte „Killerspiele“ zu stigmatisieren, wie nun einige behaupten sehe ich als falsch an. Diese Regelung ist eher ein Produkt der Vorstellung welche Nicht-Spieler von Spielen und Spielern haben. Für sie sind Spieler nämlich hauptsächlich Kinder und Spiele eben ein Spielzeug für jene. Bei solch einem Bild ist es natürlich verständlich, wenn es einem Unbehagen verursacht, wenn „die Industrie“ nun auf einen Markt mit Produkten vorstößt, die für Kinder gar nicht geeignet sind. Und nun soll auch noch eines dieser Produkte möglicherweise auf einer Preisverleihung ausgezeichnet werden, die sich ganz klar an Kinder und junge Erwachsene richtet? Ungeheuerlich.

Dieses Bild offenbart jedoch einen gewaltigen Denkfehler, in dem es sowohl die anderen Altersgruppen unter den Spielern ignoriert und verkennt, dass Computerspiele ein vollwertiges Medium darstellt und eben kein Kinderspielzeug. Dies verstehen Nicht-Spieler leider noch nicht. Dies bedeutet aber auch, dass wir Spieler da etwas Falsch gemacht haben. Ich appelliere somit an euch:
Spieler, Gamer oder wie ihr euch auch immer nennen wollt. Wir müssen aufhören uns als „die Jungen“ zu sehen, die einen Kampf gegen „die Alten“ austragen, denn es sind nicht sie alleine, die wir überzeugen müssen. Wir müssen vielmehr alle Nicht-Spieler überzeugen, die glauben, Spiele seien nur für Kinder. Dies sollten wir umgehend tun. Wir sollten uns allerdings, nicht versuchen die zu Überzeugen, die wir nicht Überzeugen können. Statt also zu versuchen eine Änderung oben her zu forcieren. Statt auf ein „Aussterben der Alten“ zu warten, oder zu hoffen, dass mit dem Einzug der Piraten in den Bundestag auf einmal alle Kritiker verstummen, ist meiner Meinung nach der falsche Weg. Natürlich helfen die Piraten bei der gesellschaftlichen Akzeptanz, wir sollten vielleicht aber eher eine Bottom-Up-Strategie fahren. Wir sollten es aufgeben zu versuchen einige wenige Politiker zu überzeugen, die wir eh nicht überzeugen können. Wir müssen Aktiv(er) werden und auf die breite Masse der Nicht-Spieler zugehen. Wir müssen ihnen klar machen, dass Video- und Computerspiele ein vollwertiges Medium sind, die von allen Altersgruppen konsumiert werden (wie auch Peter Tauber zurecht feststellt). Vielleicht sollten wir bei den Frauen anfangen.

Hört ihr die Signale?

Es war ja nun sehr lange ruhig. Kein Schoolshooting, kein Amoklauf, keine marodierenden Banden von Jugendlichen, welche nach einer LAN-Party raubmordend durch deutsche (oder sonstige) Innenstädte gezogen sind. An den letzten großen Ausbruch des öffentlichen moralischen Empörens über „Killerspiele“ (bitte fügen sie hier in ihren Gedanken dramatische Musik hinzu, Anm. d.Autors), mag man sich kaum noch erinnern. Das heißt nun aber nicht, dass es still um unsere Pappenheimer ist – es schreibt nur gerade keiner über sie. Die Forderungen bleiben aber bestehen und es bleiben auch die alten… und sie werden dann hervorgebracht, wenn man nicht damit rechnet.

Erst vor kurzem hat hat das „Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden“ ihre Petitionen für ein schärferes Waffenrecht und zum Verbot von „Killerspielen“ eingereicht haben – nach etwas über einem Jahr des Stimmensammelns und mithilfe von Methoden, welche man nicht unbedingt gut heißen muss – passt es natürlich, wenn sich der Innenminister Baden-Württembergs ebenfalls mal wieder zu Wort meldet. Bei einer Veranstaltung, bei der etwa 30 Lehrer an einer Fortbildung mit dem blumigen Titel „Killerspiele und Amoklauf“ teilnahmen, in der die Lehrer auch mal selber spielen sollten, polterte der Minister zum Ende der Veranstaltung mit seinen persönlichen Vorstellungen zum Thema Computerspielen. Selber gespielt hat er natürlich nicht – er würde sich wohl lieber selber die Hand abhacken, bevor er mit jener einen virtuellen Schuss abgibt. Das die Journalistendarsteller der Badischen-Zeitung dies ordentlich abfeiern und in mannigfaltig tendenziöser Sprache formulieren, war ja klar. Als Spieler ist man ja schon viel gewohnt, so dass einem ein „Wie fühlt sich an, virtuell zu töten?“ als Einleitung schon kaum noch aufregt – man stumpft dann halt doch langsam ab.

Es ist dann aber doch das, was der Herr Minister sich da zusammen reimt, welches ein jeden Aufhorchen lassen sollte. Man muss nicht zwingend Video- oder Computerspieler sein um so etwas für gefährlich zu halten. Spätestens seit Zensursula sollte ein jeder Demokrat ein komisches Gefühl in der Magengegend bekommen, wenn er etwas vorgesetzt bekommt, das nach Symbolpolitik aussieht. Nach ein paar typischen Phrasen äußert Herr Rech dann nämlich folgendes:

Ein Verbot von Killerspielen löst nicht das Problem, aber es ist ein Signal.

Richtig, Herr Minister. Bevor man gar nichts tut (was man bisher ja sehr gut geschafft hat), tut man lieber etwas, was damit überhaupt nichts zu tun hat. Aber hey, man solle sich ja nicht vorwerfen lassen, man hätte nichts unternommen. Besser kommt es natürlich noch, wenn man das was man tun möchte, auch noch selbst als Wirkungslos beschreibt. Super gemacht! Natürlich sollte es in Zeiten, in dem wir erneut bestätigt bekommen haben, dass Deutschland weltweit der drittgrößte Rüstungsexporteur ist, klar sein, dass wir unsere armen Kleinen vor den bösen Killerspielen aus den bösen USA schützen müssen.

Kriegsspiel ‚wegpädagogisieren‘, was in Deutschland spätestens seit dem 2. Weltkrieg geschah, schafft nicht den Krieg ab. Zudem wäre die Abrüstung im Kinderzimmer allein nur moralische Doppelzüngigkeit in einem Land, welches weltweit drittgrößter Rüstungsexporteur ist.

So schrieb einst Jens Wiemken 2001. Dieses Zitat lässt sich natürlich auch wunderbar auf PC-Spiele und Schoolshootings übertragen und trifft genau den Kern des ganzen. Ich kann nicht genau wissen, was Herr Rech meint, was ein Verbot genau bewirken soll. Gut, es soll ein Signal sein, aber für was? Glaubt etwa jemand ernsthaft, dass jemand vor seinem PC sitzt und sich denkt „Verdammt, Killerspiele sind verboten. Dann muss ich mir das mit meinem Amoklauf nochmal überlegen.“ Allein die Vorstellung ist grotesk.

Das Signal, dass vom Innenminister hier ausgesendet werden würde ist, dass auch in Zukunft von Menschen wie Herrn Rech nur Symptome  behandelt werden, aber keine Ursachen. Es wäre ein Signal für die Fortsetzung reiner Symbolpolitik. Und vor alle dem wäre es ein Signal dafür, dass man auch weiterhin gerne Politik für moralinsaure, erzkonservative, heuchlerische, Betroffenheit vortäuschende und dem Altersstarrsinn verfallene Spießer machen möchte, welche zu alles und jeden , was nicht in ihr Weltbild passt, erstmal die Frage stellen, ob man so etwas denn nun braucht. Und hierfür sind Vorwände wie Jugendschutz oder Straftatverhinderung die idealen trojanischen Pferde um ihre persönlichen Moralvorstellungen auf die Gesamtgesellschaft zu übertragen. Denn wir alle lieben doch unsere Kinder, nicht wahr?

Warum ich den etablierten Parteien nicht traue

Lange war es still hier. Längere Artikel wollt ich irgendwie nicht schreiben, hab mich auch lange drum gedrückt. Doch die aktuellen Ereignisse zwingen einen doch irgendwie mal was zu schreiben. Nachdem nun die Internetsperren da sind, entgegen aller Warnungen und Vorbehalte. Dabei sind die Bedenken durchaus berechtigt, aber in den sonstigen, sogenannten „Qualitätsmedien“ hört man nichts dazu.

Hat einer von euch schonmal einen Ausschnitt dazu aus der Bundestagsdebatte dazu gesehen? Die ARD meldete dies nur in einem Nebensatz (der auch noch faktisch falsch war), die Privaten hatten soweit ich weiß nichts wirkliches dazu (RTL vielleicht eine kleine Einführeung dazu), einzig das ZDF hatte dazu einen längeren Beitrag dazu, da ging es aber eher um „Internetsperren Pro und Kontra“, nicht aber um das aktuelle Gesetz. Dabei gab es in beiden Bundestagsdebatten dazu gerechtfertigte Kritik zum Gesetzesentwurf, wo ich eigentlich erwartet hätte, dass diese von den Medien auch aufgegriffen wird und vor allem, dass man darüber berichtet. Schließlich will man doch wirklich gegen Kinderpornografie vorgehen und nicht nur Symbolpolitik betreiben. Aber auch das zeigt wieder, es geht garnicht um Kinderpornografie, ging es noch nie.

Wenn man in der Öffentlichkeit jedoch Kritik am Gesetzt äußert wird man entweder belächelt, nicht verstanden, oder schlimmer noch man wird für einen Kinderpornokonsument gehalten. Dabei hat die Opposition damals alle Kritikpunkte in der Debatte dazu aufgegriffen, sowohl in der ersten Lesung (FDP, die Linke, die Grünen), alsauch in der zweiten Lesung (FDP, die Linke, die Grünen). Von diesen drei Parteien wurde sämtliche Kritik, welche zu diesem Gesetz geäußert wurde aufgegriffen. Gebracht hat es ziemlich wenig. Im Gesetzt steht, dass es nicht ausgeweitete werden soll, bzw. dass es nicht für „zivilrechtliche Belange“ verwendet werden darf. Ja, klar. Für sowas brtauch man ja auch so ein Gesetz und socl h eine Infrastruktur nicht. Alles was man damit Sperren will ist teil des Strafrechts (welches nicht Teil des Zivilrechts ist). Das ganze Gesetz ist doch eine Farce. Sie wollen es nicht ausweiten, und dennoch kann ich ihnen nicht wirklich glauben.

Soweit ich das Verstanden habe war der Hauptkritikpunkt an der ganzen Debatte, dass sich die Leute partou weigerten, dass das BKA die zu sperrenden Seiten im Vorfeld nicht bei einem Richter vorlegen muss. Aus diesem Kritikpunkt resultiert nämlich der ganze Rest (Internetzensur etc.). Aber wenn man darüber nachdenkt ist das ja auch ganz klar. Die wollen doch, dass auch Seiten gesperrt werden können, welche kein kinderpornografisches Material enthalten. Korrigiert mich gerne wenn es jetzt nicht mehr so ist, jedoch konnte man nach dem alten Gesetzes Entwurf auch mittelbare Seiten Sperren (bzw. gleich ganze Domains). Da man neuerdings sich schon die Begründungen für Hausdurchsuchungen aus Glückskekstexten zusammenstellen kann, kann man auch gleich Seiten sperren, welche vielleicht nichtmal nur direkte Links aufweisen sperren, sondern auch Verweise geben, wo z.B. etwähige geleakte Sperrlisten zu finden sind. Zudem können so auch unliebsame Konkurrenten ausgeschaltet werden, indem jmd von einer Firma einen Kinderporno-Link in ein Forum o.ä. der Konkurrenzfirma postet. Stopp-Schilder, wobei dieses Verkehrszeichen ansich total falsch ist, können somit überall sprießen.

Nun sollen die Daten nicht mehr ans BKA übermittelt werden, bzw. nichtmehr zur Strafverfolgung verwendet werden. Es wird den Providern jedoch nicht untersagt mehr oder weniger Freiwillig die Daten doch an das BKA auszuhändigen (wer will schon die Strafverfolgung von Kinderschändern behindern), oder man greift sowieso einfach auf die Verbindungsdaten aus den Voratsdatenspeichern zurück und verlgeicht sie mit den Sperrlisten. Willkommen in der schönen neuen Datensammel-Welt.

Wenn es denn aber wirklich nur um Kinderpornografie gehen würde, auch nur zum schein (weil dann könnte man sie wegen ihrer unwirksamkeit wirklich mal auseinander nehmen), aber leider war dies nicht wirklich das Ziel der Union. Am 18. 6. um 20:05 war die Abstimmung beendet (siehe letzter Beitrag), um 21:20 meldete der Kölner Stadt-Anzeiger bereits „Auch Killerspiele sperren“. Natürlich wollen sie dich Sperren ausweiten. Die bittsteller kamen vorher an und nun auch hinterher. Bei Killerspielen ist es halt der Deckmantel des jugendschutzes. Das Argument zieht genauso wie „die Bekämpfung von Kinderpornografie“.

Glaubt ihr mir nicht? Vor wenigen Tagen wurde eine LAN-Party verboten. Die Begründung war, dass dort Counter-Strike (dt.) und Warcraft III (dt.) gespielt werden sollte. Das CS (ab 16) zu den üblichen verdächtigen gehört, weiß wahrscheinlich auch jemand, welcher noch nie ein PC-Spiel angerührt hat. Was aber Warcraft III (ab 12!) in dieser Killerspieldiskussion verloren hat, kann wahrscheinlich nicht einmal der Journalistendarsteller beantworten, welcher es offiziell zu einem Killerspiel gekürt hat. Die LAN-Party war übrigens nur für volljährige Spieler zugänglich. Nun will ich mal aus folgendem Artikel zitieren:

Auch das Argument der Veranstalter, dass die Teilnehmer der LAN-Party über 18 Jahre alt sein müssen, ändert für Path nichts an der Tatsache, dass die Jugend von Karlsdorf-Neuthard geschützt werden müsse.

Es geht garnicht um Jugenschutz, ging es noch nie.

Beim Wählen sollte man also ganz genau hinsehen, wasm an da wählt. Die CDU/CSU hat in ihrem Wahlpogramm schon festgeschrieben, dass die Internetsperren auf Urheberrechtsverletzungen ausgeweitet werden sollen. Die SPD ist eine Verräterpartei. Die FDP gibts nur zusammen mit der Schwarzen Pest. Man macht sich schon Gedanken, was man noch wählen soll. Irgendwie wird es immer dunkler in Deutschland, und das kann einem wirklich angst machen.

Wählen gehen?

zettel

Man sollte sich schonmal Gedanken darüber machen. (Gefunden: Stigma-Videospiele.de)

Eine neue Zeit bricht an!

Die Debatte um Computerspiele und Mediennutzung lässt mich nicht los. Wenn die großen Massenmedien nun ihr neues Thema gefunden haben, auf dass sie sich stüzen können (Schweinegrippe), so scheint das Thema über Computerspiele in der Gesellschaft nicht wirklich ausdiskutiert worden zu sein.

Als ich also, den Blogeintrag von Stefan Niggemeier „Medien im Blutrausch (2)“ überflog, wo auch das neue Video von stigma-videospiele.de verlinkt ist, stoß ich auf den ein oder anderen Kommentar, der mich doch etwas stutzig machte. Aussagen wie „Jungs, geht raus Fußball spielen!“ oder „Menschen die glücklich sind, suchen ihr Glück meist nicht vergebens im Internet“ haben mich doch irgendwo an der Wahrnehmung der dortigen Diskutanten zweifeln lassen.  Später redete eine Diskutantin gar davon, man solle doch mal wieder in die Natur zurückgehen…

Nunja in Hamburg haben wir es noch relativ gut, mit all den grünen Oasen dies hier überall in der Stadt gibt. Dennoch sieht es nicht überall so toll aus und auch nicht jede Grünfläche ist nicht gleich eine Oase. Doch stößt mir dieser Kommentar etwas sauer auf.

Zurück in die Natur? Mal nach draußen gehen? Solche Forderungen sind doch etwas scheinheilig, abgesehen davon dass nicht jeder computerspieler 24/7 nur vor dem Rechner sitzt. Ich komme aus einer Gegend, die in einem Baustil gehalten ist, der sich „Sozialer Wohnungsbau“ schimpft. Neben dem studieren spiel auch ab und zu mal Computerspiele, surfe im Netz und gehe auch mal auf Parties. Auch spiel ich mal draußen Fußball, wenn mich jemand fragt. Nur wenn ich da einige Kommentare lese, wo Personen mit einer, Verzeihung, fragwürdigen moralischen Überlegenheit meinen man „soll doch mal wieder raus gehen“, denn kann man nur sagen, die sollen sich mal dieses „Draußen“ mal genau ansehen.

Wo soll man den bitte Fußball spielen? Auf dem Rasen vor meinem Hochhaus, wo die Maulwurfshügel, der Matsch, Sträucher, Trampelpfade, Dreck und größere Steine eine vernüftige Spielfläche nicht zulassen?

Soll ich etwa auf dem „Bollzplatz“ auf der anderen Straßenseite spielen, wo die ganzen „coolen“ Kiddies mit ihren Handylautsprechern sitzen, auf den Boden rotzen, ihre Zigaretten auf den Boden ausdrücken und jeden Anmachen denn sie nicht kennen? Gute Idee. Anschließend hol ich mir denn meinen Besen und räum erstmal deren Müll weg.

Soll ich etwa auf der Grünfläche des Gymnasiums spielen, was sich bei mir in der Nähe befindet, wo die Schulleitung (wahrscheinlich nach Emstetten) die Schulzäune nochmal extra erhöht hat, so dass man sich die Hüfte bricht, wenn man von oben runter springt?

Haben diese Erwachsenen überhaupt eine Ahnung wie es für die heutige Jugend aussieht (gut, sicherlich haben diese das damals über sich gesagt). Die „Spielplätze“ die es hier gibt, sind höchstens was für Kleinkinder. Jugendzentren scheinen ein Geheimtipp zu sein, ich habe noch von keinem wirklich in meiner Nähe gehört, die in vernünftiger Zeit mit dem ÖNV zu erreichen sind. Abenteuerspielplätze Fehlanzeige. Machen wir uns nichts vor, für Jugendliche zwischen 14 und 19 gibt es nicht viel, was sie tun können. Mit 14/15 fängt das eh an mit den Diskos, wo sie ja auch nicht wirklich rein dürfen, weil ist ja böse. Und dann kommt man nach einen sch*** Tag aus der Schule will einfach nur in ruhe gelassen werden, bzw. mit den Schulfreunden chatten (oder mit welchen aus der ganzen Welt) und dann kommt so ein etwas übermotivierter Elternteil und meint, man solle doch mal wieder Fußball spielen.

Das dieser Elternteil selber nicht mitspielt, insgeheim vielleicht gar wieder Froh ist, dass er seine ach so tolle „Verantwortung“ als Erziehungsberechtigter wahrgenommen hat, weil er sein Kind ja von diesem bösen Computer weg gelockt hat, zudem sich möglicherweise freut, dass das Kind mal wieder außer Haus ist, dass alles merken „diese“ Erwachsenen nicht.

Schon als Kind hat mich im Fernsehen immer diese „Perfekte-Heile-Welt-Image“ tierisch gestört, nichts desto trotz kommen immer wieder Leute und versuchen einem eben dies zu verkaufen. Das um sie herum in dieser Welt Krieg, Hass, Tod und Hunger herrscht, merken sie nicht oder blenden es aus. Schlechte Dinge ‚wegzupädagogisieren‘ zu wollen, schafft doch nicht die schlechten Dinge ab.

Zudem:„Der Krieg scheint jenen süß, die ihn nie spürten“. Das wusste man schon in der Antike. Und gerade als Computerspieler merkt man wie schnell eben das (virtuelle) Leben vorbei sein kann. Wenn man zudem weiß, dass viele Leute die z.B. professionell Counterstrike spielen bewusst den Wehrdienst verweigert haben, kann ich nichts negatives daran erkennen, wenn man anstatt sich in einer Disko ins Delirium zu trinken und sich danach mit irgendwem zu prügeln mal Zuhause mit seinen Kumpels eine LAN-Party macht.

Eltern sollten sich für ihre Kinder und vor allem auch deren Hobbys interessieren. Spielen sie doch mal mit ihrem Kind eine Runde Mario Kart, You don’t know Jack oder auch World of Warcraft. Sie werden verdutzt feststellen, dass so was durchaus Spaß machen kann, selbst bei Sonnenschein. Und sie glauben ja gar nicht wie groß die Augen ihrer Kinder zu leuchten anfangen, wenn sie auf ihr Kind zu gehen und es ehrlich und aufrichtig fragen, wie man denn so was spielt und ob es dies einem gar beibringen könne.

In diesem Sinne…

Neues Video von stigma-videospiele.de

Matthias Dittmayer hat ein neues Video zum Thema gewalthaltige Computerspiele produziert. Anschauen lohnt sich, wie auch das seiner vorherigen Videos.

Wer mehr wissen will, kann sich auf www.stigma-videospiele.de umschauen.



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