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Kein Mensch ist eine Insel

Wir werden Limitiert. Oder viel mehr wir limitieren uns selbst. Anders kann ich es nicht nennen, wenn ich höre, dass Nintendo in einem Spiel die Möglichkeit entfernt gleichgeschlechtliche Beziehungen zu führen. Im realen Leben kämpfen wir für Gleichberechtigung und Anerkennung und auch wenn wir immer nur kleine Siege zu feiern haben kommen wir unseren Zielen immer wieder einen Schritt weiter entgegen. Bei Spielen stehen wir allerdings noch ziemlich am Anfang. Schlimmer noch: wir lassen es zu, dass uns Produkte verkauft werden, in denen wir nicht mehr bestimmen können was wir tun, sondern in denen die (Moral-)Vorstellungen der Hersteller bzw. Publisher uns den Handlungsrahmen vorgeben. Um diesen Sachverhalt zu umreißen, hab ich vorhin diesen Tweet verfasst.

These: Nach der Verwirklichung im privaten Leben, wird das Möglichmachen der Verwirklichung in Spielen das nächste große Ding.

Aber wieso das denn? Computer- und Videospiele sind doch nur Unterhaltung. Und dann auch nur für die Jüngeren. Letztendlich ist das doch nur Gedöns, den keinen wirklich interessiert. Falsch. Spiele sind weit mehr als das. Sie dienen vielen Menschen nicht einfach nur als Zeitvertreib, sie sind bereits Teil ihres Lebens geworden. Wie jedes andere Medium auch ist es in der Lage uns grundlegende Dinge über die Gesellschaft oder gar die Menschheit zu erzählen. Durch seine Besonderheit, der Interaktivität, erlaubt uns dieses Medium zudem, dass wir als Spieler ständig vor Entscheidungen gestellt werden, deren Konsequenzen erleben und unsere Entscheidungen somit zu hinterfragen. Somit bereichern Spiele unser Leben. Zudem befinden wir uns an einem Punkt, an dem man bei der Preisverleihung des Deutschen Computerspielpreises hören kann, dass inzwischen 50% der Bevölkerung spielt. Wie kann also etwas Gedöns sein, was die eben genannten Dinge vermag und die Hälfte von uns betrifft?

Spiele geben uns die Möglichkeit das zu sein, was wir wollen, aber gleichzeitig auch uns selbst abzubilden. Dies ist aber nicht Möglich, wenn ein Spiel etwa, indem es erlaubt ist Beziehungen zu führen, gleichgeschlechtliche Beziehungen ausschließt. Perfide wird es dann, wenn es damit begründet wird, es sei ein ‚Bug‘, ein Fehler im Spiel. Hierdurch wird klar, dass es Nintendo nicht passt, wenn Spieler das Spiel so nutzen wie sie es für richtig halten. Die Gründe hierfür sind mir eigentlich relativ egal. Letztendlich ist es eine Limitierung derer, die sich frei entfalten wollen und eine Diskriminierung derer, die sich selber abbilden wollen. Dies ist jedoch bei weitem nicht das einzige Problem. Die Spieleindustrie versagt eigentlich grundsätzlich, wenn es darum geht Vielfalt in Spielen abzubilden.

Warum ist das so? Nun, viel liegt daran, dass Die Hersteller und Publisher immer mehr gefallen daran finden, ihre Inhalte für geschlossene Systeme anzubieten. Da diese Systeme definieren was genutzt werden darf, verfallen viele nun auch der Illusion, dass sie entscheiden dürften wie es genutzt wird. Ein weiter, meines Erachtens viel wichtigerer Faktor ist, dass man in der Industrie sich sagt, dass man ja nur Spiele macht und somit alles der Maxime Unterhaltung unterordnet. Spiele sind aber bei weitem kein reines Unterhaltungsprodukt. Wenn man aber trotzdem so handelt, wird alles, was irgendwie mit dem Thema Vielfalt zu tun hat, oder Kontroversen beinhaltet zu einem Kostenfaktor und somit zu einem unternehmerischen Risiko. Spiele kosten Geld, sehr viel Geld. Und alles was die (überzogenen) Gewinnerwartung schmälert ist gefährlich.

Die Unternehmen sind jedoch nicht die einzigen, die an der Misere schuld ist. Wir sind es genauso. Wir sind es, die wie blöde in die Läden rennen und uns den neuesten Teil der Call of Duty-Serie holen. Wir sind es, die Spiele nicht kaufen, weil eine Frau auf dem Cover ist. Wir nehmen es hin, wenn der Großteil der nicht-weißen, nicht-männlichen, nicht-heterosexuellen Charaktere in Spielen viel zu oft eine Ansammlung von Stereotypen und Klischees sind. Wir haben kein Problem damit, wenn bestimmte religiöse oder ethnische Gruppen als ‚Gegner‘ abgestempelt werden, ohne dies zu hinterfragen. Damit sage ich nicht, dass wir alle auf Propaganda hereinfallen, allerdings geben wir uns viel zu oft mit ‚Lazy Design‘ zufrieden. Wir sind zu anspruchslos, lassen den Herstellern und Publishern zu viel durchgehen und artikulieren nicht was wir wollen.

Schuld ist aber auch die Politik, die viel zu oft mutlos ist. Wir bräuchten ein Verbraucherschutz, der uns Spieler vor dem Kontrollwünschen der Industrie bewahrt. Dies wird umso wichtiger, je mehr der Vertrieb von Spielen rein digital stattfindet. Auch versagt die Politik bei der Anerkennung und Förderung von Spielen, die sich nicht dem Mainstream unterordnen wollen. Schlimmer noch: die Politik versucht Spiele eher nach ihren eigenen Vorstellungen zu beeinflussen. Da man der falschen Vorstellung unterliegt, dass ein Spiel ein reines Kinderprodukt ist, werden Inhalte, die für unsere Kinder als ungeeignet erscheinen, ausgeblendet. Kinder sollen schließlich nur kindergerechte Spiele spielen dürfen. Wenn denn aber mal ein Spiel daherkommt, wie etwa zuletzt Spec Ops: The Line, welches das Thema Krieg deutlich kritisch angeht und eben nicht so sind, wie der typische 08/15-Kriegsshooter, dann wird er nicht gefördert. Er wird auch nicht beim diesjährigen Deutschen Computerspielpreis ausgezeichnet. Schließlich ist Krieg und Gewalt ein kontroverses Thema. Und vor allem nichts für Kinder.

Wenn dieser ganze Themenkomplex aber auch nur einen Menschen betrifft, dann geht er uns alle etwas an und auch wir alle müssen daran arbeiten, dass es besser wird. Schließlich ist kein Mensch ist eine Insel.

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„Der PC ist tot!“, ich hoffe nicht!

Warum ein Verlust des PCs als Spieleplattform ein herber Schlag für die Branche wäre, aus der Sicht eines Laien, anhand des Beispieles Battlefield: Bad Company 2.

Immer wieder höre ich von verschiedenen Seiten, der PC habe als Plattform ausgedient und die Konsolen seien die Zukunft. Immer mehr Entwickler veröffentlichen Spiele, welche „ursprünglich“ PC-Titel waren,  auch, zuerst oder teilweise nur für die Konsolen. Einige erinnern sich vielleicht noch daran, wie LucasArst an einem 1. April verkündete, sie wollen von ihrem neuen Spiel The Force Unleashed keine PC-Version herausbringen. Zuerst denkt man, es handele sich hierbei um einen Aprilscherz – nicht zuletzt wegen des Datums. Es war dann doch keiner. Erst viel später wurde eine Version für den PC nachgereicht. Wenn man sich dann weiterhin die Verkaufszahlen der neusten Spiele auf den verschiedenen Plattformen anschaut, haben Konsolen oft die Nase vorn.

Immer mehr Entwickler wandern auf die Konsolen, portieren ihre PC-Titel für die XBox und die PS3, oder veröffentlichen ihre neusten Spiele für alle Systeme. Dies führt natürlich auch zu einigen Problemen: schlechte Portierungen, „Einheitsversionen“, welche nicht ganz PC, nicht ganz Konsole sind, Vereinfachung von Spielinhalten (Casualisierung). Es gibt tausend Dinge, wo man mit dem Finger drauf zeigen könnte. auch könnte man viele Punkte, welche ich eher negativ sehe auch begrüßen. Nichtsdestotrotz möchte ich die Aufmerksamkeit gerne auf zwei Punkte richten, welche ich dann doch sehr wichtig finde. Und nein, ich möchte nicht einfach Konsolenbashing betreiben. Ich besitze ja selber zur Zeit zwei (PS3 und Gamecube) und hatte auch vorher schonmal welche (NES und PSOne).

Und jetzt mal ganz ehrlich: ich liebe BF:BC2 für meine PS3 (die ich fast noch mehr liebe). Zwar auch dadurch beflügelt, dass mein PC schon längst Rente beanspruchen könnte zocke ich immer mehr an der Konsole und dort dann meistens BC2. Den Einzelspieler habe ich kaum angerührt (nur als EA mal die Server gewartet hat), sondern bin gleich zum Mehrspieler übergegangen und muss sagen, er bringt einfach nur Spaß. Allerdings schwindet dieser so langsam, denn nach nun mehreren Monaten macht sich die Monotonie breit. Alle Waffen und Gimmicks sind freigeschaltet, fast alle Auszeichnungen sind erreicht und vor allem: Ich habe alle Maps nun schon hundert mal rauf und runter gespielt.

Insgesamt gibt es 10 Maps. Sollte reichen, meint man. Allerdings sind dies 10 Maps für insgesamt 4 Spielmodi, was zwangsläufig zu Mehrfachnutzung führen muss. Aber schauen wir uns erstmal die Spielmodi an. Da hätten wir einmal „Conquest“, „Rush“, „Squad-Rush“ und „Squad-Deathmatch“. Die letzten beiden sind nicht ganz so wichtig (für nicht Clan-Spieler) und nutzen die Maps aus den ersten beiden Modi. Diese sind wiederum „das Hauptspiel“, will ich mal sagen. Hier gab es zu Anfang viele unterschiedliche Maps, für diese beiden unterschiedlich zu spielenden Modi. Das war auch sehr toll, da die Maps für den jeweiligen Spielmodus ausgelegt waren (Rush-Maps waren schlangenförmig, Conquest-Maps weit und offen). BF:BC2 erschien im März dieses Jahres, also ist nun *fast* schon ein Jahr seit Release vergangen, an der Gesamtzahl der Karten hat sich jedoch nichts getan, obwohl Dice bereits 6 „VIP“-Mappacks veröffentlicht hat. Wie geht denn das, fragt ihr euch. Kein Problem. Erklär ich euch.

Nun, Dice dachte sich, dass man zu beginn schnell hintereinander Kartenupgrades herausbringt. Will meinen, dass Karten, die zuvor nur als Rush spielbar war, nun auch als Conquest-Map spielbar ist. Das Spielfeld wurde begrenzt, ein paar neue Objekte wurden platziert, fertig ist die „neue“ Map. Die Sache ist nur, dass die „neuen“ Karten schon auf der Blueray enthalten waren. Runterladen brauchte ich die Mappacks zumindest nicht. Wirklich viel Spielspaß, brachten sie nicht. „Was, alles nur Mapklone“, wäre wohl jetzt die nächste Frage und hier ist die Antwort, naja, nicht ganz. Im zweiten, oder dritten, Kartenpacket war dann doch eine neue dabei. Naja, eigentlich auch nicht wirklich neu. Es gab zuvor eine Conquest-Map, wlche in einem Talkessel mit einem Staudamm spielte. Ein paar Häuser auf kleinen Inseln im hüfthohen Wasser. Nun kam noch die Rush-Variante hinzu welche, entgegen der anderen „neuen“ Karten, zuvor nichtbegehbare Kartenabschnitte enthielt. Ein kleines Stranddorf, und zwei kleine Basen entlang eines Flusses, welche man einnehmen muss, bevor man in den bekannten Talkessel kommt.

Vor ein paar Tagen habe ich im Battlefield-Blog gelesen, dass die Entwickler sich dann doch nochmal hingesetzt haben um neue Karten zu basteln, so jetzt in echt. Wobei auch das stimmt nicht ganz. Zwei der neuen Karten stammen aus dem Vorgänge, zwei weitere sind von der Einzelspieler-Kampagne inspiriert, wenn nicht sogar direkt daraus entnommen. Ok, vielleicht bin ich ja pingelig. Die PS3 ist meine erste Konsole der neusten Generation, mit der man vernünftig übers Internet spielen kann. Vielleicht ist das ja einfach so. Vielleicht bin ich auch zu sehr verwöhnt vom PC, wo es für Counter-Strike mehr Karten gibt als Gina Wild Pornos gedreht hat. Vielleicht.  Dies ist aber möglicherweise auch genau der Punkt. Auf dem PC, würde es *fast* ein Jahr nach Veröffentlichung eines Spiels schon etwa zehn gute Mehrspielerkarten von Fans geben, etliche Remakes aus den Vorgängerspielen und auch Nachbauten von berühmten Maps aus anderen Spielen.

Aber auch in anderen Bereichen ist der Mehrspielermodus eingeschränkt. So fehlt eine essenzielle Funktion eines jeden teambasierten Spieles: das man die Mannschaft wechseln kann. Beinah jedes moderne Spiel (auf demPC) hat serverseitig Funktionen um die Spielerteams auszugleichen, falls mal eines zuwenig Spieler hat. Ich möchte Bad Company 2 nicht unterstellen, dass es dies nicht tut, wenn man einem Server beitritt, während das Spiel läuft, passiert dies jedoch nicht. Bei CS, oder auch Day of Defeat, gibt es teilweise sogar Funktionen, welche dafür sorgen, das gute Spieler ins schlechtere Team wechseln, damit die Chancen besser ausgeglichen sind. Auch das fehlt leider komplett.

Keiner der beschriebenen Sachen stammt wohl von den CS oder DoD machen selbst. Es waren Fans, oder findige Leute, welche die Maps und Server-Tools zusammengebastelt haben. Nun, diese Fans gibt es bei Konsolen auch, nur sind ihnen leider die Hände gebunden. Wer hat den schon bitte ein Software Developer Kit (SDK) für eine der Konsolen, außer die Entwickler selber? Wurde schon ein Karteneditor veröffentlicht? Hat schon jemand auch so tolle Server-Tools gebastelt? Das Dice das selber in die Hand nimmt ist nicht wahrscheinlich.

Für die Server-Apps müssten sie Zeit und Geld investieren in etwas, was sie dann später nicht verkaufen können. Von anderen Leuten gemachte Programme werden sie wohl auch nicht nehmen, schließlich sind das Dice/EA-Server und die werden den Teufel tun, als dort drauf Fremdsoftware laufen zu lassen (teilweise verständlich, könnte ja zu Fehlern im Spiel führen, wofür dann sie verantwortlich gemacht würden). Und wie man sieht, haben sie es mit neuen Karten auch nicht sonderlich eilig (zumal sie ja schon längst am nächsten Spiel arbeiten: Bad Company 2 Vietnam).

Hab in einem Forum gelesen, dass Dice einen Mapeditor nur vielleicht veröffentlichen will. Wenn sie es doch tun, werde ich als Konsolenspieler auch in den Genuss dieser neuen Karten kommen können? Hätte ich mir dann vielleicht doch die PC-Version holen sollen um in den Genuss seiner systembedingten Annehmlichkeiten zu kommen? Auf der Konsole spiele ich auf Firmenserver, welche diese (noch) netterweise kostenlos zum spielen zur Verfügung stellen. Dieser Trend greift ja auch langsam auf den PC über, aber dort gibt es eben auch freie Server auf denen oft Fankarten laufen. Und diese Server sind es dann meist auch, welche noch laufen, wenn die Firmenserver längst abgeschaltet sind.

Was mache ich also mit meinem BC2 wenn EA seine Server dicht macht? Das bisschen was ich vom Einzelspieler gesehen habe, war so „naja“. Ich möchte auch noch in drei, vier oder fünf Jahren dieses ansich gute Spiel spielen wollen. Hierfür bräuchte es aber auch für Konsolen freie Server von der Community, auf denn die Maps der Community und die Tools und Apps der Community laufen. Bei Konsolen haben die Firmen aber lieber das Monopol auf die Bereitstellung des Spielplatzes. Und diese schmuddeligen anderen Kinder dürfen zwar mitspielen, aber nicht entscheiden was gespielt wird. Leider wird sich dies in absehbarer Zeit aber wohl nicht ändern. Schade.

Dies führt mich nun zu meinem letzten Punkt. Wenn immer Entwickler ihre Spiele für die Konsolen  veröffentlichen scheiden sie sich damit ins eigene Fleisch. Wie oben bereits angeschnitten ist das modifizieren von Spielinhalten auf Konsolen nahezu nicht möglich. Das hinzufügen von neuen Karten, Waffen oder der gleichen findet einzig und allein über die Entwickler statt, welche kleine Erweiterungen zentral über die Distributionsplattform des Konsolenherstellers vertreiben (XBox Marketplace etc.). Dies meist dann auch noch für extra Geld (für BC2 darf ich mir also einen weiteren Spielmodi kaufen, für ein Spiel das ich schon längst besitze um diesen dann anschließend auf den selben Maps wie zuvor spielen zu können). Dies wird letztendlich dazu führen, dass sich die Spielebranche selbst ihres Nachwuchses beraubt.

Weniger Menschen werden mit der Materie des Spielentwickelns selbst in Berührung kommen, da dies bisher nur auf dem PC möglich ist. Weniger Leute sammeln schon erste Erfahrungen mit Entwicklertools wie Mapeditoren und sehen schon so ob ihnen soetwas liegt. Und dies gerade jetzt, wo immer mehr Menschen mit den Spielen erreicht werden und somit der Pool aus dem der Nachwuchs rekrutiert werden kann immer größer wird. Vielleicht sehe ich das ganze auch nur zu schwarz und es ist alles garnicht so wie es einem die Leute sagen. Der PC ist garnicht tot, er hat nur eine schlechte Phase. Möglich wäre es. Zumindest hoffe ich das.

Hört ihr die Signale?

Es war ja nun sehr lange ruhig. Kein Schoolshooting, kein Amoklauf, keine marodierenden Banden von Jugendlichen, welche nach einer LAN-Party raubmordend durch deutsche (oder sonstige) Innenstädte gezogen sind. An den letzten großen Ausbruch des öffentlichen moralischen Empörens über „Killerspiele“ (bitte fügen sie hier in ihren Gedanken dramatische Musik hinzu, Anm. d.Autors), mag man sich kaum noch erinnern. Das heißt nun aber nicht, dass es still um unsere Pappenheimer ist – es schreibt nur gerade keiner über sie. Die Forderungen bleiben aber bestehen und es bleiben auch die alten… und sie werden dann hervorgebracht, wenn man nicht damit rechnet.

Erst vor kurzem hat hat das „Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden“ ihre Petitionen für ein schärferes Waffenrecht und zum Verbot von „Killerspielen“ eingereicht haben – nach etwas über einem Jahr des Stimmensammelns und mithilfe von Methoden, welche man nicht unbedingt gut heißen muss – passt es natürlich, wenn sich der Innenminister Baden-Württembergs ebenfalls mal wieder zu Wort meldet. Bei einer Veranstaltung, bei der etwa 30 Lehrer an einer Fortbildung mit dem blumigen Titel „Killerspiele und Amoklauf“ teilnahmen, in der die Lehrer auch mal selber spielen sollten, polterte der Minister zum Ende der Veranstaltung mit seinen persönlichen Vorstellungen zum Thema Computerspielen. Selber gespielt hat er natürlich nicht – er würde sich wohl lieber selber die Hand abhacken, bevor er mit jener einen virtuellen Schuss abgibt. Das die Journalistendarsteller der Badischen-Zeitung dies ordentlich abfeiern und in mannigfaltig tendenziöser Sprache formulieren, war ja klar. Als Spieler ist man ja schon viel gewohnt, so dass einem ein „Wie fühlt sich an, virtuell zu töten?“ als Einleitung schon kaum noch aufregt – man stumpft dann halt doch langsam ab.

Es ist dann aber doch das, was der Herr Minister sich da zusammen reimt, welches ein jeden Aufhorchen lassen sollte. Man muss nicht zwingend Video- oder Computerspieler sein um so etwas für gefährlich zu halten. Spätestens seit Zensursula sollte ein jeder Demokrat ein komisches Gefühl in der Magengegend bekommen, wenn er etwas vorgesetzt bekommt, das nach Symbolpolitik aussieht. Nach ein paar typischen Phrasen äußert Herr Rech dann nämlich folgendes:

Ein Verbot von Killerspielen löst nicht das Problem, aber es ist ein Signal.

Richtig, Herr Minister. Bevor man gar nichts tut (was man bisher ja sehr gut geschafft hat), tut man lieber etwas, was damit überhaupt nichts zu tun hat. Aber hey, man solle sich ja nicht vorwerfen lassen, man hätte nichts unternommen. Besser kommt es natürlich noch, wenn man das was man tun möchte, auch noch selbst als Wirkungslos beschreibt. Super gemacht! Natürlich sollte es in Zeiten, in dem wir erneut bestätigt bekommen haben, dass Deutschland weltweit der drittgrößte Rüstungsexporteur ist, klar sein, dass wir unsere armen Kleinen vor den bösen Killerspielen aus den bösen USA schützen müssen.

Kriegsspiel ‚wegpädagogisieren‘, was in Deutschland spätestens seit dem 2. Weltkrieg geschah, schafft nicht den Krieg ab. Zudem wäre die Abrüstung im Kinderzimmer allein nur moralische Doppelzüngigkeit in einem Land, welches weltweit drittgrößter Rüstungsexporteur ist.

So schrieb einst Jens Wiemken 2001. Dieses Zitat lässt sich natürlich auch wunderbar auf PC-Spiele und Schoolshootings übertragen und trifft genau den Kern des ganzen. Ich kann nicht genau wissen, was Herr Rech meint, was ein Verbot genau bewirken soll. Gut, es soll ein Signal sein, aber für was? Glaubt etwa jemand ernsthaft, dass jemand vor seinem PC sitzt und sich denkt „Verdammt, Killerspiele sind verboten. Dann muss ich mir das mit meinem Amoklauf nochmal überlegen.“ Allein die Vorstellung ist grotesk.

Das Signal, dass vom Innenminister hier ausgesendet werden würde ist, dass auch in Zukunft von Menschen wie Herrn Rech nur Symptome  behandelt werden, aber keine Ursachen. Es wäre ein Signal für die Fortsetzung reiner Symbolpolitik. Und vor alle dem wäre es ein Signal dafür, dass man auch weiterhin gerne Politik für moralinsaure, erzkonservative, heuchlerische, Betroffenheit vortäuschende und dem Altersstarrsinn verfallene Spießer machen möchte, welche zu alles und jeden , was nicht in ihr Weltbild passt, erstmal die Frage stellen, ob man so etwas denn nun braucht. Und hierfür sind Vorwände wie Jugendschutz oder Straftatverhinderung die idealen trojanischen Pferde um ihre persönlichen Moralvorstellungen auf die Gesamtgesellschaft zu übertragen. Denn wir alle lieben doch unsere Kinder, nicht wahr?

Gewalttabu beim Deutschen Computerspielpreis

Anmerkung: Dieser Blogeintrag ist genau der selbe, den ich auch für den ‚Verband für Deutschlands Video- und Computerspieler‚ geschrieben habe. Ich veröffentliche ihn hier aber auch, damit hier auch mal was neues steht.

Man hätte ihn fast verschlafen können, den Deutschen Computerspielpreis, da einem im Vorfeld nur wenige Meldungen erreichten, die ihn in der Sache ankündigten. Die Tatsache, dass er überhaupt vor einigen Tagen stattfand, nahmen viele wohl erst wahr, als sich die ersten Kommentare und Presseberichte erschienen, welche über den Skandal bei den Nominierungen berichteten.

<em>„Für den deutschen Filmpreis ist dieses Jahr unter anderem der Baader-Meinhof-Komplex nominiert. Hätte ein Entwicklerstudio die RAF-Ballerorgie aus dem Hause Eichinger als Computerspiel umgesetzt, es hätte beim deutschen Computerspielpreis keine Chance gehabt. […] Spiele mit einer Altersfreigabe ab 16 oder 18 Jahren fanden sich in keiner der preiswürdigen Kategorien. Dem Thema Gewaltspiel gingen die Veranstalter somit trotz aktueller Diskussion um das Verbot von Killerspielen weitestgehend aus dem Weg“</em>

So schrieb Mirjam Hauck (<a title=“Sueddeutsche.de“ href=“http://www.sueddeutsche.de/computer/43/463649/text/&#8220; target=“_blank“>Sueddeutsche.de</a>) 2009 über den ersten Deutschen Computerspielpreis, welcher in München stattfand. Fairerweise muss man sagen, dass es damals nicht sonderlich viele Titel jenseits der USK 12 zur Auswahl gab, die man hätte nominieren und küren können. Allerdings hatte man sich in der Kategorie „Bestes internationales Spiel“ von der Fachjury „Grand Theft Auto IV“ gewünscht. „GTA IV“ wäre wegen seiner spannend inszenierten Geschichte, welche nicht mit Seitenhieben und Referenzen auf die Gesellschaft der USA geizt, ein würdiger Kandidat gewesen. Leider ist dieses Spiel auch ab 18, da wiederum die Art wie sich das Spiel inszeniert nichts für Kinder ist. Somit konnte man die Hauptjury, welche hauptsächlich aus Politikern und Pädagogen besteht, von dem Spiel nicht überzeugen. Stattdessen wurde „Little Big Planet“ und „Wii-Fit“ ausgezeichnet, zwei besonders kinder- und familienfreundliche Spiele, und man konnte ahnen in welche Richtung der Preis in Zukunft tendieren würde.

<em>„Im nächsten Jahr wird der Deutsche Computerspielpreis in Berlin verliehen. Vielleicht hilft die räumliche Nähe zum großen Bruder Filmpreis dabei, alle Facetten der Branche zu würdigen – und nicht nur Kommerz-Kuschel-Pädagogik.“</em>

So schloss Frau Hauk ihren Artikel, jedoch sollte sie Unrecht behalten. Waren die Preisträger in diesem Jahr eher unbekannt oder vorhersehbar, wie das durchaus hervorragende Aufbaustrategiespiel Anno 1404, gab es auch in diesem Jahr erneut ein Eklat bei  den Nominierten in der Kategorie „Bestes internationales Spiel“. Auch dieses Mal schlug die Fachjury Spiele vor, welche den Hauptjuroren nicht genehm waren. Bei der diesjährigen Verleihung waren die beiden Titel „Dragen Age: Origins“ und „Unchartet 2“ die auserkorenen, welche dem Preis gewissermaßen seine <em>Credibility</em> zurückbringen sollte. Ersteres Spiel ist eine etwas erwachsener Umsetzung einer Tolkien entlehnten Fantasywelt, während „Unchartet 2“ sich in Punkto Story an die Indiana Jones-Filme und in Punkto Action an die neuen James-Bond-Filme anlehnt. Doch leider waren auch dieses Jahr Spiele, in denen auch nur im Ansatz das Thema Gewaltausübung (durch die Spielfigur und somit den Spieler) dargestellt wird, nicht erwünscht. Dies erscheint nicht sonderlich verwunderlich, wenn man bedenkt, dass in der Hauptjury Personen wie Wolf-Dieter Ring, seines Zeichens Chef der Kommission für Jugendmedienschutz, vertreten sind. Dieser soll angeblich vor ein paar Jahren auf den Münchner Medientagen gesagt haben, dass das ‚gute‘ am Jugendschutz ja sei, dass auch Erwachsene nicht so einfach an die entsprechenden Produkte kommen könnten. <em>„Ring bringt zu den Jury-Sitzungen manchmal eine Assistentin mit, die geringschätzig den Kopf schüttelt, wenn einer der Jüngeren für ein Spiel spricht, in dem auch geschossen wird“</em>, schreibt Thomas Lindemann (<a title=“Welt.de“ href=“http://www.welt.de/die-welt/kultur/article7370469/Eine-Raeuberpistole.html&#8220; target=“_blank“>Welt.de</a>) in seinem Artikel im Vorfeld der diesjährigen Preisverleihung. Man kann sich also vorstellen welche Spiele hier ausgezeichnet werden und welche eher nicht.

Unter solchen Vorraussetzungen kann das natürlich nichts werden, wenn man die Jury mit Leuten besetzt, welche Computerspiele im besten Fall nur als Produkt für Kinder ansehen und nicht als ausgewachsenes Medium, welches von allen Altersklassen konsumiert und geschätzt wird. Und so kam es wie es kommen musste. Die beiden Vorschlage (zusammen mit der chancenlosen Nominierung des Puzzelspieles „Professor Layton und die Büchse der Pandora“) wurden über Bord geworfen und man beabsichtigte keinen Preis in der Kategorie „Bestes internationales Spiel“ zu vergeben. Das fanden die Branchenvertreter aber gar nicht gut und übten Druck auf die Jury aus, dass wenn sie schon die Hälfte des Preisgeldes bestreiten, man doch wenigstens ihre Titel auszeichnen solle. Dies mag man nun als Lobbyismus auslegen, erscheint einem vor dem Hintergrund, dass für das „Beste internationale Spiel“ kein Preisgeld vergeben werden (immerhin gibt es ansonsten insgesamt 500.000€ zu gewinnen) doch eher wie ein Hilferuf, dass man Computerspiele endlich ernst nehmen solle. Letztendlich gewonnen hat Anno 1404 ein zweites Mal — da es kurzerhand unter seinem internationalen Namen „Dawn of Discovery“ nachnominiert wurde.

Dabei hatte man sich diese Jahr vorgenommen es besser zu machen als beim letzten Mal. Die Ausrichter des Preises waren anwesend und auch die Politik (in Form von Kulturstaatsminister Bernd Neumann und Bürgermeister Klaus Wowereit) war anwesend und nicht so wie im letzten Jahr, als Ministerpräsident Horst Seehofer kurz vor Beginn absagte (er war angeblich lieber auf einer Veranstaltung eines Schützenvereins). Auch wurden im Vorfeld keine provokanten Pressemitteilungen von Politkern veröffentlicht, welche unter dem Eindruck von dem Amoklauf von Winnenden entstanden. Man hatte dieses mal vernünftige Laudatoren organisiert (u.a. die beiden Moderatoren Simon und Budi von MTV GameOne, Schauspieler Matthias Schweighöfer, Sänger Oli P. sowie die Moderatorin der 3sat-Sendung „neues“ Yve Fehring). Doch dies alles kann nicht über den grundlegenden Konflikt innerhalb der Preisvergabepraxis hinwegtäuschen. Eine Jury die nach eigenem Gutdünken, ohne die Spiele zu kennen, über die sie urteilt und sie nach persönlichen Moralvorstellungen aussortiert, ist keine gute Jury.

Erst vor kurzem lobte Staatsminister Neumann den neusten Film von Quentin Tarantino ,„Inglourious Basterds“. Beim Deutschen Computerspielpreis legte Neumann jedoch besonderen Wert darauf, dass die Nominierten „pädagogisch Wertvoll“ seien sollen. Ob Tarantinos Streifen nun ein guter Film ist oder nicht, sei erst einmal dahingestellt, jedoch erscheint es merkwürdig, wenn beim Medium Computerspiel andere Maststäbe angesetzt werden als beim Medium Film. Man kann halt nicht Wasser predigen und dann selber Wein trinken, wenn es gerade opportun ist (auch wenn wir uns alle über den Oscar für Christoph Waltz gefreut haben). Beim nächsten Mal können die Veranstalter zeigen, ob sie etwas aus diesem Jahr gelernt haben. Dann wird die Jury über Titel wie „Heavy Rain“ urteilen, einer der ersten Spiele aus der Kategorie „interaktiver Film“. Sollten jedoch wieder Spiele aussortiert und durch andere ersetzt werden, welche eher der Sauberkeitsvorstellung der Hauptjury entsprechen, ist der Deutsche Computerspielpreis endgültig zur Preisverleihung für <em>Kommerz-Kuschel-Pädagogik</em> verkommen und wird in die Bedeutungslosigkeit abdriften.

Da von der Seite der Politik oder der Jugend- und Sittenwächter so schnell keine Besserung in Sicht ist, sollte man an die Vertreter der Branche und aus der Fachjury appellieren, sie möge sich darüber Gedanken machen, ob sie nicht vorher schon die Notbremse ziehen möchte. Wenn man es bei diesem Preis nicht schafft, dass jedwedes Spiel ausgezeichnet werden kann, sondern das er ein „moralisch unbedenklicher Kinderspielpreis“ bleibt, wird es vielleicht Zeit zu überlegen, ob die dort eingesetzte Energie, Zeit und Gelder nicht an anderer Stelle besser aufgehoben ist. Mehr Akzeptanz von Computer- und Videospielen als eigenständiges Medium und als vollwertiges Kulturgut wird man nämlich nicht erreichen, wenn man sich vor unbequemen Themen verschließt – zumal das bei anderen Preisverleihungen, wie zum Beispiel in der Filmbranche, auch nicht der Fall ist. Solch eine Preisverleihung wie in den vergangenen beiden Jahren ist weder der Branche, der Fachjury, der anwesenden Fachpresse, dem Publikum, den Spielen noch letztendlich den Spielern angemessen.

Eine neue Zeit bricht an!

Die Debatte um Computerspiele und Mediennutzung lässt mich nicht los. Wenn die großen Massenmedien nun ihr neues Thema gefunden haben, auf dass sie sich stüzen können (Schweinegrippe), so scheint das Thema über Computerspiele in der Gesellschaft nicht wirklich ausdiskutiert worden zu sein.

Als ich also, den Blogeintrag von Stefan Niggemeier „Medien im Blutrausch (2)“ überflog, wo auch das neue Video von stigma-videospiele.de verlinkt ist, stoß ich auf den ein oder anderen Kommentar, der mich doch etwas stutzig machte. Aussagen wie „Jungs, geht raus Fußball spielen!“ oder „Menschen die glücklich sind, suchen ihr Glück meist nicht vergebens im Internet“ haben mich doch irgendwo an der Wahrnehmung der dortigen Diskutanten zweifeln lassen.  Später redete eine Diskutantin gar davon, man solle doch mal wieder in die Natur zurückgehen…

Nunja in Hamburg haben wir es noch relativ gut, mit all den grünen Oasen dies hier überall in der Stadt gibt. Dennoch sieht es nicht überall so toll aus und auch nicht jede Grünfläche ist nicht gleich eine Oase. Doch stößt mir dieser Kommentar etwas sauer auf.

Zurück in die Natur? Mal nach draußen gehen? Solche Forderungen sind doch etwas scheinheilig, abgesehen davon dass nicht jeder computerspieler 24/7 nur vor dem Rechner sitzt. Ich komme aus einer Gegend, die in einem Baustil gehalten ist, der sich „Sozialer Wohnungsbau“ schimpft. Neben dem studieren spiel auch ab und zu mal Computerspiele, surfe im Netz und gehe auch mal auf Parties. Auch spiel ich mal draußen Fußball, wenn mich jemand fragt. Nur wenn ich da einige Kommentare lese, wo Personen mit einer, Verzeihung, fragwürdigen moralischen Überlegenheit meinen man „soll doch mal wieder raus gehen“, denn kann man nur sagen, die sollen sich mal dieses „Draußen“ mal genau ansehen.

Wo soll man den bitte Fußball spielen? Auf dem Rasen vor meinem Hochhaus, wo die Maulwurfshügel, der Matsch, Sträucher, Trampelpfade, Dreck und größere Steine eine vernüftige Spielfläche nicht zulassen?

Soll ich etwa auf dem „Bollzplatz“ auf der anderen Straßenseite spielen, wo die ganzen „coolen“ Kiddies mit ihren Handylautsprechern sitzen, auf den Boden rotzen, ihre Zigaretten auf den Boden ausdrücken und jeden Anmachen denn sie nicht kennen? Gute Idee. Anschließend hol ich mir denn meinen Besen und räum erstmal deren Müll weg.

Soll ich etwa auf der Grünfläche des Gymnasiums spielen, was sich bei mir in der Nähe befindet, wo die Schulleitung (wahrscheinlich nach Emstetten) die Schulzäune nochmal extra erhöht hat, so dass man sich die Hüfte bricht, wenn man von oben runter springt?

Haben diese Erwachsenen überhaupt eine Ahnung wie es für die heutige Jugend aussieht (gut, sicherlich haben diese das damals über sich gesagt). Die „Spielplätze“ die es hier gibt, sind höchstens was für Kleinkinder. Jugendzentren scheinen ein Geheimtipp zu sein, ich habe noch von keinem wirklich in meiner Nähe gehört, die in vernünftiger Zeit mit dem ÖNV zu erreichen sind. Abenteuerspielplätze Fehlanzeige. Machen wir uns nichts vor, für Jugendliche zwischen 14 und 19 gibt es nicht viel, was sie tun können. Mit 14/15 fängt das eh an mit den Diskos, wo sie ja auch nicht wirklich rein dürfen, weil ist ja böse. Und dann kommt man nach einen sch*** Tag aus der Schule will einfach nur in ruhe gelassen werden, bzw. mit den Schulfreunden chatten (oder mit welchen aus der ganzen Welt) und dann kommt so ein etwas übermotivierter Elternteil und meint, man solle doch mal wieder Fußball spielen.

Das dieser Elternteil selber nicht mitspielt, insgeheim vielleicht gar wieder Froh ist, dass er seine ach so tolle „Verantwortung“ als Erziehungsberechtigter wahrgenommen hat, weil er sein Kind ja von diesem bösen Computer weg gelockt hat, zudem sich möglicherweise freut, dass das Kind mal wieder außer Haus ist, dass alles merken „diese“ Erwachsenen nicht.

Schon als Kind hat mich im Fernsehen immer diese „Perfekte-Heile-Welt-Image“ tierisch gestört, nichts desto trotz kommen immer wieder Leute und versuchen einem eben dies zu verkaufen. Das um sie herum in dieser Welt Krieg, Hass, Tod und Hunger herrscht, merken sie nicht oder blenden es aus. Schlechte Dinge ‚wegzupädagogisieren‘ zu wollen, schafft doch nicht die schlechten Dinge ab.

Zudem:„Der Krieg scheint jenen süß, die ihn nie spürten“. Das wusste man schon in der Antike. Und gerade als Computerspieler merkt man wie schnell eben das (virtuelle) Leben vorbei sein kann. Wenn man zudem weiß, dass viele Leute die z.B. professionell Counterstrike spielen bewusst den Wehrdienst verweigert haben, kann ich nichts negatives daran erkennen, wenn man anstatt sich in einer Disko ins Delirium zu trinken und sich danach mit irgendwem zu prügeln mal Zuhause mit seinen Kumpels eine LAN-Party macht.

Eltern sollten sich für ihre Kinder und vor allem auch deren Hobbys interessieren. Spielen sie doch mal mit ihrem Kind eine Runde Mario Kart, You don’t know Jack oder auch World of Warcraft. Sie werden verdutzt feststellen, dass so was durchaus Spaß machen kann, selbst bei Sonnenschein. Und sie glauben ja gar nicht wie groß die Augen ihrer Kinder zu leuchten anfangen, wenn sie auf ihr Kind zu gehen und es ehrlich und aufrichtig fragen, wie man denn so was spielt und ob es dies einem gar beibringen könne.

In diesem Sinne…



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