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Politik der aufgeschreckten Hühner

Oh ja, Wahlzeit. Da machen Politker immer so komische Dinge. Vor allem Versprechungen. Diese Versprechungen sind vor allem auch dafür da uns in Sicherheit zu wiegen. So will man nach einem Amoklauf schnell Computerspiele verbieten, denn diese sind ja gefährtlich. Deswegen müssen diese Verboten werden. Das hat man ja hier wieder gesehen. Deswegen muss man hart durchgreifen. Dies nimmt teilweise aber grotesken Zügen an, vor allem, da nun auch vom virtuellen zum realen Spiel übergegangen wird. Waren schon vorher einige kaum nachzuvollziehende Panikreaktionen seites der Jugendämter, der Bahn und einer Kaufhauskette über uns hergeschwappt, meinen die Polikter aus Winnenden ziehen zu müssen, dass man Paintball, Laserdome, Gotcha u.ä. Spiele verbieten zu müssen.

Schließlich wird hier das Töten simuliert. Ahja. Das sehen die Betreiber natürlich anders. Das ist auch gut so. Der Sport ist übrigens ab 18, was auch immer schon so war. Das wir alle dadurch zu militarisierten Killern werden halten viele für nicht nachvollziehbar, so auch ich nicht, zumal es doch Dinge gibt, die einen das Gegenteil vermuten lassen. Der Sport ist zudem nicht sonderlich gefährlich. Gibt höchstens mal ein paar blaue Flecken. Nicht alle halten dieses Verbot für Sinnvoll, allen voran z.B. die Polizei. Zudem gibt es sogar teile der Jusos, die sich gegen soetwas stellen und diese ganze Verbieterei als „demokratiegefährdent“ sehen.

Dieser Vorstoß der Großen Koalition ist natürlich nur Symbolpolitik. Ernsthaft was tuen wollen sie natürlich nicht. Schließlich steht die Wahl bald vor der Tür. So verwundert es auch nicht, dass man die mächtige Wählerschaft der Jäger und Sportschützen nicht gängeln will, was man z.B. mit einem rigorosen Verbot von großkalibrigen Schusswaffen für Sportschützen erreichen würde. Solch ein Verbot wurde 1997 in Großbritannien erlassen, nach einem Amoklauf. Hierzulande kann man sowas nicht machen. Es ist ja Wahlzeit. Waffenlobbyisten lachen sich ins Fäustchen.

Lorenz Marlot vom Tagespiegel hat hierzu auch eine Meinung. In seinem Artikel Peng, du bist tot! schreibt er:

Es ist lächerlich, als Konsequenz aus Winnenden ein nur für Erwachsene erlaubtes Spiel zu verbieten – aber auch bedrohlich. Der Staat betritt mit Gewalt eine Welt, in der er nichts zu suchen hat. Paintball wird auf privatem Gelände gespielt. Man mag es blöd oder abstoßend finden, aber wer nicht will, wird davon nicht belästigt. […] Unter dieser Regierung wird der Staat zur Moralinstanz – er maßt sich an, darüber zu richten, was gut ist und schlecht. Damit aber löst der Staat kein Problem. Er wird selber zu einem.

Superwahljahr, wir freuen uns, dass du da bist.



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